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Badewannenlift Krankenkasse

Zahlt die Krankenkasse (m)einen Badewannenlift?

Wenn es um die Kostenerstattung eines Badewannenliftes geht, halten sich alle gesetzlichen Krankenkassen dazu in erster Linie an das sogenannte „Hilfsmittelverzeichnis“. In diesem sind alle Hilfsmittel, die ein Versicherter benötigt – sprich die am Markt erhältlichen Produkte – gelistet. Dazu gehört auch der Badewannenlift Krankenkasse.

badewannenlift krankenkasseWenn nun bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, kann ein Badewannenlift als unverzichtbar gelten. Die Krankenkasse wird unter diesen Umständen normalerweise die Anschaffungs- bzw. die Mietkosten für ein solches Gerät übernehmen. Allerdings wird diese Entscheidung nicht immer nach Aktenlage getroffen. Nach § 275 Abs. 3 SGB V können Krankenkassen auch vor Bewilligung eines Hilfsmittels durch den Medizinischen Dienst prüfen lassen, ob das Hilfsmittel erforderlich ist. Hierbei werden unter anderem die Zweckmäßigkeit und die Wirtschaftlichkeit geprüft und es wird geklärt, ob evtl. andere (evtl. preisgünstigere) Alternativen in Frage kommen.

So oder so muss aber zunächst eine körperliche Einschränkung festgestellt werden, die es nicht zulässt, die Badewanne ohne entsprechendes Hilfsmittel zu benutzen. Des Weiteren wird die Krankenkasse prüfen, ob die vorliegende Behinderung nicht durch einfache Hilfsmaßnahmen wie Duschhocker etc. kompensiert werden kann.

Zuerst aber stellt ein Arzt fest, dass eine Bewegungseinschränkung vorliegt. Daraufhin wird er ein entsprechendes Rezept ausstellen, dass der Versicherte anschließend bei seiner Krankenkasse einreicht. Die Krankenkasse wird daraufhin Rezept und Diagnose prüfen und i.d.R. die Anschaffung bzw. die Anschaffungskosten bewilligen. Welches Modell dann bei dem Versicherten zum Einsatz kommt, hängt anschließend nicht nur von der Entscheidung der Krankenkasse ab. Hier gibt es verschiedene Faktoren, die bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt werden: Welche genaue körperliche Einschränkung liegt vor? Welches Modell ist gleicht die vorliegende Einschränkung/Behinderung am besten aus? Und nicht zuletzt, wie sind die Verhältnisse (Platzangebot) in den Räumlichkeiten des Betroffenen.

badewannenlift krankenkasseDer Versicherte wird nach der Bewilligung des Hilfsmittels, sofern er Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse ist, nicht in Vorleistung treten müssen. Der Anbieter eines Wannenliftes wird also die Kosten direkt mit der Krankenkasse abrechnen. Wird der Badewannenlift nicht mehr gebraucht holt der Anbieter das Gerät wieder ab. Lediglich vom Nutzer gewünschte Sonderausstattungen werden von der Krankenkasse meist nicht übernommen.

Der GKV-Spitzenverband erstellt dazu gemäß § 139 SGB V ein systematisch strukturiertes „Hilfsmittelverzeichnis“. Unter der Produktgruppe 04 sind hier unter der Bezeichnung Badehilfen folgende Informationen zu lesen (Auszug aus GKV-Spitzenverband.de):

Badehilfen sind Produkte, die dazu dienen, dem Anwender die selbständige Ausübung der täglichen Körperpflege zu ermöglichen. Sie gleichen eingeschränkte oder ausgefallene Körperfunktionen ganz oder teilweise aus. Der Einsatz entsprechender Hilfsmittel verfolgt das Ziel, den kranken oder behinderten Versicherten in die Lage zu versetzen, im Bereich der Hygiene weitestgehend unabhängig von fremder Hilfe zu sein. Sofern die eingesetzten Produkte allein den Zweck verfolgen, die Person zu entlasten, die die körperliche Reinigung durchführt, weil der Versicherte selbst dazu nicht mehr in der Lage ist, scheidet eine Leistungspflicht der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aus

Anders sehen das Procedere und die Kostensituation bei privaten Krankenkassen aus. Diese Krankenkassen haben keine amtliche Gebührenordnung wie sie für die gesetzlichen Krankenkassen gilt. Je nach Tarif werden also Hilfsmittel sehr unterschiedlich behandelt. In manchen Fällen ist es also möglich, dass eine Kostenübernahme durch die Private Krankenkasse nicht stattfindet. Privatversicherte tun gut daran, sich mit Ihrer Krankenkasse möglichst frühzeitig in Verbindung zu setzten und die Übernahme anstehender Hilfsmittelkosten rechtzeitig zu klären. Somit können Sie sich viel Mühe und Geld ersparen. Werfen Sie Ihr Geld nicht aus dem Fenster raus.